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Silvesterpredigt von Bischof Bode

Die katholische Kirche muss sich nach den Worten des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Bode in verschiedenen Bereichen neu orientieren. Das betreffe Ehe, Familie, Sexualität und Lebensformen sowie das Verhältnis von Körper und Geist, von Leib und Seele, sagte Bode in seiner Silvesterpredigt im Osnabrücker Dom am 31. Dezember. Es gehe darum, die vom Evangelium gebotene „katholische Ganzheitlichkeit“ nicht aufs Spiel zu setzen. Es gelte vor allem, das Miteinander von Mann und Frau in Gesellschaft und Kirche in den Blick zu nehmen, sagte Bode. Besonders wichtig werde dabei sein, wie Frauen in der Kirche „bis in die höchsten Entscheidungen mitwirken können“.

Bode rief die Christen dazu auf, „evangelischer“ zu werden und mehr dem Evangelium gemäß zu leben. Zugleich seien sie herausgefordert, „katholischer“ zu werden, „also weltweiter, offener und ganzheitlich zu denken und zu handeln“. Denn es gebe heute eine starke und gefährliche Tendenz, wieder engstirniger zu denken: nationalistisch, regionalistisch, individualistisch und ideologisch. Die gleiche Tendenz mache sich bemerkbar in der Unfähigkeit vieler Europäer, Europa zu bilden und in den globalen Fragen der Welt wie Migration und Klimawandel zu solidarischem und vernetztem Handel zu kommen.

Bode kritisierte eine verbreitete „neue Kleinkariertheit“ in der Gesellschaft und auch in der Kirche, die nichts zu tun habe mit einem berechtigten Wunsch nach Beheimatung und einer Sehnsucht nach Geborgenheit in einer vermeintlich zu globalen und zu komplexen Welt. Notwendig sei die Gabe, „das Ganze im Blick zu behalten“. Gesellschaft und Gemeinschaft seien nicht nur die Summe von Individuen: „Erst die Perspektive des Ganzen gibt den Teilen Kraft und Stütze.“ Den Christen erwachsen nach den Worten Bodes „große Stärken“ aus ihrem Glauben an Gott. Dieser stehe für die umfassende Liebe zu allen Menschen auf der ganzen Welt.

So, 31. Dezember 2017

Themen: Bischof

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