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Diözesanmuseum: Vortragsreihe zum Jubiläum

Di, 22. Januar, 19:30 Uhr
Vortrag: Mit Pinsel und PC – Gemälderestaurierung heute
Mit: Marita Schlüter

Hunderte von Arbeitsstunden hat die Restauratorin Marita Schlüter darauf verwendet, die kostbaren Tafelmalereien der „Heiligen Sippe“ und der „Anna Selbdritt“ vom ehemaligen Hochaltar des Osnabrücker Domes zu restaurieren. Unter dem Titel „Mit Pinsel und PC“ berichtet sie am Dienstag, 22. Januar, um 19.30 Uhr im Forum am Dom im Rahmen der Vortragsreihe zum 100-jährigen Bestehen des Diözesanmuseums über die Herausforderungen, die sie dabei zu bewältigen hatte.

Vor 500 Jahren gehörten die großformatigen Malereien zu den künstlerischen Aushängeschildern der Stadt, denn die ursprünglich doppelseitig bemalte Eichentafel war einer der beiden Flügel am Hochaltar des Osnabrücker Domes. 1484 entstanden, zierte die schlichtere Darstellung der Heiligen Anna, ihrer Tochter Maria und deren Sohnes Jesus die alltägliche Schauseite, während die „Heilige Sippe“ mit weiteren Verwandten Christi an Festtagen den gestalterischen Rahmen für die Präsentation wichtiger Teile des Domschatzes in einer Art überdimensionalem Setzkasten bot.

Nach den Wirren des 30-jährigen Krieges und erheblichen Verlusten im Domschatzbestand erhielt der Dom 1664 einen barocken Hochaltar, so dass sich die Spur der bemalten Eichentafel zunächst verliert. Um 1870 entdeckte sie der Osnabrücker Domvikar Franz Karl Berlage in einem Raum am Kreuzgang der Kathedrale, wo das stabile Brett die Öffnung eines Verschlages schloss und dabei wohl auch der Witterung ausgesetzt war. Trotz erheblicher Beschädigungen erkannte er die außergewöhnliche Qualität beider Malereien und trug zu deren Restaurierung bei. Der damals beauftragte Künstler ergänzte vor allem bei der „Anna Selbdritt“ erhebliche Partien der Figuren, so dass sich daraus ein Stilmix des 15. und 19. Jahrhunderts ergab. Zudem wurde die Tafel in der Mitte zersägt, um beide Seiten im Saal des Bischofshauses aufhängen zu können.
Bereits 2013 entfernte Marita Schlüter bei der „Heiligen Sippe“ die Zutaten mehrerer Restaurierungen des 19. und 20. Jahrhunderts und legte die Originalsubstanz aus dem Mittelalter frei. Eigene Ergänzungen gestaltete sie mit großer Anerkennung aus der Fachwelt so, dass sie – ohne den Duktus des Bildes zu stören – als solche erkennbar bleiben. Die ehemalige Rückseite der „Anna Selbdritt“ war indes so beschädigt, dass in verschiedenen Bereichen die Maserung des Holzes sichtbar wurde.
In ihrem Vortrag wird Marita Schlüter erklären, wie sie neuere Farbschichten entfernt und die entsprechenden Partien ihrerseits aufgetragen hat. Zum Abschluss können die Zuhörer die Ergebnisse im Original begutachten, denn beide Seiten der Tafel sind noch bis zum 3. Februar in der aktuellen Sonderausstellung „Weihnacht im Depot“ zu sehen. Anschließend wird die Heilige Sippe wieder als Dauerleihgabe ins nordrhein-westfälische Landesmuseum Kloster Dalheim transportiert. In der Sonderausstellung läuft während dieser Zeit zudem ein Film über Restaurierung der „Anna Selbdritt“.

Diözesanmuseum, Treffpunkt: Forum am Dom

Freier Eintritt / Barrierefrei

Fr, 18. Januar 2019

Themen: Dies und das
Abteilung: Kultur und Archiv

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